John Trudel

In der Tradition vieler Schriftsteller verlief mein Leben durchaus dramatisch, immer interessant und oftmals belohnend, aber manchmal am Rande des Chaos balancierend. Ich graduierte mit Auszeichnung von der “Georgia Tech” und bekam ein Stipendium für mein Doktorat in Elektrotechnik. Ich war in meiner Forschungslaufbahn auf einem guten Weg, zumindest solange, bis das Leben selbst mir in die Quere kam.

Die Arbeiten für ein Doktorat sind sehr zeitaufwendig, was dazu führte, dass ich eines Tages nach Hause kam, nur um feststellen zu müssen, dass meine vernachlässigte Frau mich verlassen und unseren gemeinsamen Sohn mitgenommen hatte. Es folgten Scheidung, Trostlosigkeit und eine nicht abgeschlossene Dissertation. Ich brauchte eine Veränderung, und, wie es das Schicksal so wollte, fand gerade der Vietnam-Krieg statt, und es herrschte ein großer Bedarf an guten Technikern.

Bald fand ich mich als Mitreisender in der Kabine von Militärflugzeugen wieder, und unternahm den Versuch, Prototypen von elektronischen Aufklärungsgeräten (ELINT) und verschiedene Waffensysteme unter Einsatzbedingungen zum Laufen zu bringen. Ich war zudem der „Junge“ im hinteren Teil der Räume, in welchen geheime Lagebesprechungen unter der Anwesenheit hochrangiger Offiziere  durchgeführt wurden; manchmal war sogar der Verteidigungsminister persönlich anwesend. Sie nannten es “Special Ops”. Das war es,  was meine Freunde taten, viele von ihnen waren echte Helden.

Aber Vietnam überzeugte mich davon, dass ich eine Veränderung meiner beruflichen Laufbahn brauchte.
Mit Freunden, welche ihren Sold investierten, startete ich meine erste Firma, um das erste verwendbare mobile Radar-Warngerät zu entwickeln. Wir nannten es “Schnüffler”; das Gerät schaffte es in den “Playboy” und in das legendäre “Cannonball Baker Race“, welches als Motiv für zahlreiche Filme diente. Ein Exemplar ist in dem alten Film „Gumball Ralley“ zu sehen. Als Nixon das 55 Meilen – Limit sprengte, stiegen die Verkaufszahlen explosionsartig.

Nachdem ich die Firma verkaufte, arbeitete ich für einige große Betriebe, der bekannteste hieß Tektronix. Sie bezahlten mich dafür, neue Dinge zu lernen. Mein letzter echter Job bestand in der Ausübung der Position des (ersten, letzten und einzigen) business development managers für das Forschungslaboratorium. Die Präsidenten von  Sony Tektronix, Tada-san und später Kumakura-san, übernahmen meine Mentorenschaft in Hinblick auf japanische Kultur und asiatische Lebensart.

Ich verließ die Firma in den späten 80er Jahren, um eine Beratungsfirma, die Trudel Gruppe, zu gründen. Die Kundenliste umfasst Namen wie Intel, Hewlett Packard, die “Naval Postgraduate School” in Montery und weitere, einige von ihnen im Mittleren Osten. Ich unterrichtete, hielt Seminare ab, und schrieb zwei Bücher über Hochtechnologie und verfasste viele Kolumnen über Innovation. Eine davon, 1995, für “The old Upside” befasste sich mit Patent-Kriegen. Schnell fand ich mich in einer Reihe mit einer Gruppe von Erfindern, unter ihnen etliche Gewinner des Nobel-Preises und Mitglieder der „Inventor‟s Hall of Fame“ wieder, um im Kongress für den Erhalt unseres Patent-Systems zu kämpfen. Fünf Jahre verbrachte ich, unentgeltlich, damit, dann übergab ich meine Notizen und Dateien an Professor Larry Lessig von der Stanford University, welcher besseren Zugang zu größeren Ressourcen und Rechtsexperten hatte. Ich begutachte noch immer Bücher und Artikel über wissenschaftliche Themen, aber es war wieder einmal Zeit für einen Wandel geworden. So begann ich mit dem Schreiben von Romanen. “Gottes Haus” ist mein erster veröffentlichter Roman.
 
Ich bin glücklich wieder verheiratet, mit meinem Sohn versöhnt und vereint und lebe im ländlichen Oregon und in Arizona, berate ausgewählte Firmen und Organisationen und konzentriere mich auf das Schreiben von Romanen, welche auf modernster Technologie basieren und auch auf Personen und Situationen, welche ich persönlich erlebte. Ich hoffe, dass Sie meine Geschichten als sowohl unterhaltsam als auch zum Nachdenken anregend empfinden.

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